Tageslosung vom 24. Juni 2020

Wie die Erde hervorbringt, was sprießt,

so wird Gott der HERR Gerechtigkeit sprießen lassen und Ruhm vor allen Nationen.

Jesaja 61,11

 

Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften.

Jakobus 3,18

 

Gerechtigkeit ist eine der großen Anliegen der Bibel. Unzählige Male kommt dieser Begriff in der Bibel vor, etliche Male auch beim Propheten Jesaja. Da wird, wie sonst auch, Gerechtigkeit nicht als Ist-Zustand beschrieben, nicht als erreicht, vielmehr als das, was noch zu erreichen ist, und nur mit Gottes Hilfe erreicht werden kann.

Jesaja entwirft eine Vision, die sich nicht zufrieden gibt mit dem Ist-Zustand auf dieser Welt.

Gerade in unserer Zeit vor dem Hintergrund der weltweiten Black-live-matter-Demonstrationen erinnern mich Losung und Lehrtext Martin Luther Kings berühmte Rede vom 28. August 1963 in Washington.

„…Wir weigern uns aber, daran zu glauben, dass die Bank der Gerechtigkeit bankrott ist. Wir weigern uns, daran zu glauben, dass es eine ungenügende Deckung in den großen Tresorräumen der Gerechtigkeit dieser Nation gibt. Wir sind daher hierher gekommen, um diesen Scheck einzulösen, einen Scheck, der uns auf Verlangen die Reichtümer der Freiheit und die Sicherheit auf Gerechtigkeit gewähren wird. Wir sind auch zu diesem heiligen Ort gekommen, um Amerika an die dringlichen Forderungen der Gegenwart zu erinnern. Dies ist nicht die Zeit, sich den Luxus der Abkühlung zu gestatten oder das Beruhigungsmittel der Allmählichkeit einzunehmen. Es ist jetzt die Zeit, die Versprechen der Demokratie zu verwirklichen… Es ist jetzt die Zeit, unsere Nation von den Treibsänden der rassistischen Ungerechtigkeit zum festen Felsen der Gemeinschaft aller Menschen zu erhöhen. Es ist jetzt die Zeit, die Gerechtigkeit zu einer Realität für alle Kinder Gottes zu machen.

Es wird weder Ruhe noch Frieden in Amerika geben, bis dem Schwarzen seine Bürgerrechte gegeben werden. Die Wirbelstürme der Revolte werden weiterhin das Fundament unserer Nation schütteln, bis der helle Tag der Gerechtigkeit erscheint…“

Auch wenn „der helle Tag der Gerechtigkeit“ noch nicht erschienen ist, wollen wir darauf hoffen und dafür eintreten, dass er erscheine. Im Vertrauen auf Gott und mit seiner Hilfe.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag.

Bleiben Sie behütet

Günther Klöss-Schuster, Dekan